Spezialnoppenbahn im PraxistestBeim Neubau der Adalbert Stifter Schule in Wiesbaden war eine neue Spezialnoppenbahn im Einsatz, die auch auf der BAU 2011 vorgestellt wurde. / Delta-Floraxx Top ist Dränage, Wasserspeicher und Filterschicht in einem. / Vor allem die verlegetechnischen Vorteile der Bahn machten sich bei dem Schulbauprojekt deutlich bemerkbar.
Der Neubau der Adalbert Stifter Schule in Wiesbaden wurde in Passivhausbauweise errichtet und erhielt zudem ein extensiv begrüntes Flachdach. Dabei wurde die neue Delta-Floraxx Top als kombinierte Drän-, Wasserspeicher- und Filterschicht eingesetzt. Für das Verlegeteam waren neben der Mehrfach-Funktion der Spezialnoppenbahn vor allem die verlegetechnischen Vorteile entscheidend, die die Verarbeitung besonders schnell und wirtschaftlich machten. Mit drei Mann war die 1.200 Quadratmeter große Fläche in nur sechs Stunden mit der Noppenbahn ausgelegt und es konnte sofort mit dem Aufbringen des Pflanzsubstrats begonnen werden. Die Leistungsmerkmale der neuen Bahn waren auch auf der BAU 2011 in München ein zentrales Thema auf dem Stand der Dörken GmbH & Co. KG.
Konsequent ökologisch
Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat sich durch ihre Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen Städte verpflichtet, den CO2-Ausstoß durch geeignete Maßnahmen deutlich zu senken. Ein Baustein dabei ist die Steigerung der Energieeffizienz bei städtischen Gebäudesanierungen und Neubauten. Auch der Neubau der Adalbert Stifter Schule wurde nach Standards geplant und ausgeführt, die sich weitestgehend der Passivhausbauweise annähern. Die konsequent ökologische Denkweise zeigt sich dabei auch in der Entscheidung, die rund 1.200 Quadratmeter große Flachdachfläche des neuen Gebäudes extensiv zu begrünen. Zum einen, weil die Dachbegrünung Feinstaub und Schadstoffe bindet und mit ihrer positiven Wirkung auf den Feuchtehaushalt und den Sauerstoffgehalt der Luft für eine nachhaltige Verbesserung des umgebenden Kleinklimas sorgt. Zum anderen aber auch, weil die potenziellen wärmedämmenden Eigenschaften eines Gründaches die Energieeffizienz des Gebäudes weiter optimieren. Bereits mit einem einfachen Aufbau erreicht man einen sehr guten sommerlichen Wärmeschutz. Mit der damit verbundenen Entlastung von Klima- oder Lüftungsanlagen und mit einer zusätzlichen anrechenbaren Dämmschicht lassen sich die Energiekosten erheblich senken.
Leistungsfähige Dränage gesucht
Um anfallendes Niederschlagswasser an der Oberfläche und in der Abdichtungsebene sicher abzuleiten und die begrünten Flächen vor pflanzenschädigender Staunässe zu schützen, sollte eine leistungsfähige Schutz- und Dränschicht verlegt werden. Dabei setzte die ausführende Immo Herbst Innenraum- und Dachbegrünungs-GmbH, Frankfurt/M, erstmals eine neue Spezialnoppenbahn ein, die auch auf der BAU 2011 in München vorgestellt wurde. Delta-Floraxx Top von der Dörken GmbH & Co. KG, Herdecke, wurde speziell für die Dränage, Wasserspeicherung und -filterung bei begrünten Flachdächern entwickelt. Durch die spezielle Oktagon-Form der Noppen mit zusätzlichen Verstärkungsrippen ist das Material extrem druckfest und hält mit einer Druckfestigkeit von 200 kN/m² auch hohen Auflasten sicher stand. Mit ihrem hohen Ableitvermögen ersetzt die Bahn problemlos eine mineralische Sickerschicht - bei deutlich weniger Gewicht und geringer Aufbauhöhe. Gleichzeitig dienen die Noppen als Wasserspeicher, die der Begrünung auch über Trockenzeiten hinweghelfen.
Möglich wird diese Doppelfunktion durch die neu entwickelte Form der 20 Millimeter hohen Noppen. Sie bieten eine Dränagekapazität von ca. 10 l/s.m; gleichzeitig können die Noppen bis zu sieben Liter Wasser pro Quadratmeter speichern. Überschüssiges Wasser wird über eine Perforation der Bahn nach unten und von dort im Kanalnetz der Noppenstruktur abgeleitet. Pflanzenschädigende Staunässe wird so sicher vermieden. Das aufkaschierte Filtervlies verhindert dabei ein Zuschlämmen der Dränung.
Verlegetechnische Vorteile
Für das Team des ausführenden Unternehmens waren bei dem Schulbauprojekt aber vor allem die verlegetechnischen Vorteile der Bahn interessant. So ersparte das bereits aufkaschierte Drän- und Filtervlies einen zusätzlichen Arbeitsgang, so dass das Pflanzsubstrat sofort nach Verlegung der Bahn aufgebracht werden konnte. Mit ihrem geringen Gewicht war die neue Noppenbahn zudem auf der Baustelle leicht zu handhaben. Das Material wurde wie gewohnt schnell von der Rolle weg mit den Noppen nach unten ausgerollt. Die Rollenmaße von 2 x 10 Metern erlaubten dabei eine hohe Verlegeleistung. Die einzelnen Bahnen wurden gegeneinander gestoßen, wobei das an einem Bahnenrand ca. 10 Zentimeter überstehende Filtervlies die Anschlussbahn überdeckt. So wird verhindert, dass Pflanzsubstrat zwischen die Fugen gelangt und die Dränage zusetzt. Im Kopfbereich wurden die Bahnen überlappt, unter Zuhilfenahme des Delta-Floraxx-Verbinders mit Nieten fixiert und so eine trittsichere Verbindung geschaffen. Nieten und Verbinder liegen dabei jeder Palette Material kostenlos bei. Nach Verlegung der Bahn war die Abdichtung sicher vor mechanischen Verletzungen und schädlicher thermischer Beanspruchung geschützt und konnte sofort begangen und mit der Schubkarre befahren werden.
Zum Thema „Begrünte und genutzte Flachdachsysteme“ stellt Dörken technische Planungsgrundlagen zur Verfügung. Die Broschüre kann auf www.doerken.de im Unternehmensbereich „Dörken Bauverbundfolien“ unter „Download/Dörken Informationsmaterial“ in der Rubrik „Grundmauerschutz“ und dort unter „Begrünte und genutzte Flachdachabdichtung“ heruntergeladen oder angefordert werden.